Wir Kommunalen 2/2017

 

Die vierte Ausgabe „WirKommunalen
ist erschienen. Diesmal geht es um das Thema Demographischer Wandel. 

 

Auch in dieser Ausgabe finden Sie gute Beispiele aus und Lösungen für Kommunen. 

Mit Beiträgen und Beispielen zu den Temen "Dableibensvorsorge", Landesentwicklungsstrategien, Ärzteversorgung im Ländlichen Raum oder der intergration von Zuwanderern etc

  

WirKommunalen 2/2017 - das Heft als Download im PDF-Format

WirKommunalen 2/2017  für 5,- EUR zzgl. Versandkosten bestellen unter: vertrieb@ask-berlin.de

 


Wir Kommunalen 2/2016

Die zweite Ausgabe „WirKommunalen
ist erschienen. Unter dem Titel "Ankommen in der Kommune" geht es wieder um Flüchtlingsmanagement und kommunale Praxis

 

Es gibt weitere gute Beispiele aus und Lösungen für Kommunen. Damit ist das Heft unverzichtbar für die Akteure des kommunalen Flüchtlingsmanagements in ganz Deutschland.

 

Mit Beiträgen der Bertelsmann Stiftung, des GStB RLP, der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt, der Initiative D21, uvm.

 

Gute Beispiele aus Göttingen, aus Konstanz, dem Landkreis Osnabrück, aus Mannheim und aus Neuruppin.

 

WirKommunalen 2/2016 für 5,- EUR zzgl. Versandkosten bestellen unter: vertrieb@ask-berlin.de

 

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Wir Kommunalen 1/2017

Die dritte Ausgabe WirKommunalen

beschäftigt sich mit dem Zusammenleben mit den neuen Nachbarn. Mit diesem Heft beschließen wir zugleich unsere kleine Reihe zum kommunalen Flüchtlingsmanagement.

 

 

Den Auftaktbeitrag steuert dieses mal das Difu bei. Eine wichtige Frage ist, wie Städtebau erfolgreiche Integration befördern kann?  Zum Thema Arbeitsmarkt-integration von Geflüchteten stellen wir das Jobkraftwerk vor und schauen auf eine Tagung von Jobcentern. Für viele Kommunen wichtig ist auch, wie aus Ausländerbe-hörden Wilkommensbehörden werden.

 

Auch hier stehen praktische Lösungsideen für Städte und Gemeinden im Mittelpunkt. 

 

WirKommunalen 1/2017 für 5,- EUR zzgl. Versandkosten bestellen unter: vertrieb@ask-berlin.de

 

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Wir Kommunalen 1/2016

Die erste Ausgabe WirKommunalen

ist zum Thema „Flüchtlingsmanagement und kommunale Praxis“ als Infomagazin erscheinen.

 

Das Thema Flüchtlinge ist das bestimmende Thema der vergangenen und der kommenden Monate. Schwerpunkt unserer Sonderausgabe sind die praktischen Fragen des kommunalen Tagesgeschäfts.

 

Nicht politische Diskussionen, sondern konkrete Lösungsideen für Städte und Gemeinden, wie Unterbringung und Integration der Menschen gelingen kann.

WirKommunalen 1/2016 - das Heft als Download im PDF-Format

 

WirKommunalen 1/2016  für 5,- EUR zzgl. Versandkosten bestellen unter: vertrieb@ask-berlin.de

 



AUCH HELFER BRAUCHEN HILFE

Koordinierungsstellen des Landes Niedersachsen unterstützen Landkreise, Städte und Gemeinden dabei, Zuwanderer einzugliedern.

Ein Beispiel aus dem Landkreis Oldenburg

Ute Frankenfeld leitet die Ko-Stelle Migration und Teilhabe.
Foto: Buschmann

 

Sie verlassen ihre Heimat oftmals überstürzt und müssen sich in einem völlig fremden Land zurechtfinden. Menschen, die als Flüchtlinge nach Deutschland kommen, brauchen Orientierung. Der Landkreis Oldenburg hat deshalb im September 2015 eine Koordinierungsstelle „Migration und Teilhabe“, kurz Ko-Stelle, eingerichtet. Gefördert vom niedersächsischen Sozialministerium, sollen solche Ko-Stellen die Integrationsaufgaben der Kommunen bündeln: Netzwerke lokaler Akteure auf- und ausbauen, die Zusammenarbeit zwischen den Trägern unterschiedlicher Initiativen sowie die Arbeit von Ehrenamtlern fördern und koordinieren.

 

Lokalen Akteuren den Rücken freihalten

 

Im Landkreis Oldenburg sieht das beispielsweise so aus: Eine lokale Initiative wendet sich mit der Idee, einen Schwimmkurs für Flüchtlinge anzubieten, an die Ko-Stellen-Leiterin Ute Frankenfeld. Sie finanziert den Kurs aus einem eigenen Projektbudget und vermittelt Dolmetscher. Von administrativem Ballast befreit, können sich die Macher der Integrationsangebote auf ihre eigentliche Aufgabe konzentrieren. Die Menschen im Landkreis Oldenburg sind darin äußerst aktiv: In den Gemeinden können Flüchtlinge an Koch-, Näh- oder Schwimmkursen teilnehmen. Im Angebot sind außerdem eine Selbsthilfegruppe für Männer sowie Kunst- und Musikprojekte. Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bringen Vorschulkindern spielerisch die deutsche Sprache bei, noch im Herbst starten mehrere weitere Aktionen. In Niedersachsen gibt es zurzeit 48 Ko-Stellen.

 

Das Land Niedersachsen finanziert dem Landkreis die Personalkosten von Ute Frankenfeld für 27 Stunden sowie 13 Stunden für eine Bürokraft. Laut niedersächsischem Sozialministerium betragen die Zuschüsse im Einzelfall bis zu 50 Prozent der Personalausgaben für eine eingerichtete Stelle unter Beachtung von Höchstgrenzen. Die übersteigenden Stundenkontingente und die Personalkosten weiterer Mitarbeiterinnen im Bereich Integration würden vom Landkreis bezahlt, erklärt Ute Frankenfeld. Darüber hinaus stellt der Landkreis 50.000 Euro für „integrative Projekte und Mikroprojekte“ zur Verfügung. Zusätzlich bemüht sich Frankenfeld um Unterstützung von Stiftungen oder öffentliche Fördermittel.

 

Im Arbeitsalltag habe sich die ländliche Struktur des Landkreises Oldenburg als großer Vorteil erwiesen, sagt Ko-Stellen- Leiterin Frankenfeld: Verwaltung, Ehrenamtliche und die bei der Diakonie beschäftigten neun Flüchtlingssozialarbeiter seien sehr gut vernetzt. „Diese Verbünde sind unser Fundament für die Integration vor Ort.“

 

Freiwilliges Engagement braucht Unterstützung

 

Nicht zuletzt ist die Ko-Stellen-Leiterin auf das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern angewiesen. „Ohne Ehrenamtliche geht gar nichts“, sagt sie. Die Freiwilligen-Agentur des Landkreises namens „misch-MIT“ hilft ihr dabei, Freiwillige zu finden und zu vermitteln.

 

Mittlerweile ist so ein großes Helfernetzwerk entstanden – darunter über 100 sogenannte Sprach- und Kulturmittler für über 40 Sprachen. Sie begleiten die Flüchtlinge zu Behörden oder zum Arzt und übersetzen meist ins Arabische, Kurdische oder in Farsi. Sobald die angekommenen Menschen als Flüchtlinge anerkannt sind und die örtlichen Jobcenter sie bei der Suche nach Jobs oder Praktikumsplätzen unterstützen, vermittelt die Ko-Stelle beispielsweise Übersetzer, wenn es Kommunikationsschwierigkeiten rund um die Anerkennung von Bildungsabschlüssen gibt. Aktuell arbeitet die Ko-Stelle Frankenfeld zudem an einem Ärzteführer. Er listet Praxen auf, in denen Mitarbeiter mit Migrationsgeschichte arbeiten und somit bei Verständigungsproblemen helfen können. Ein überarbeiteter Internetauftritt soll in Kürze Informationen für Migranten und Ehrenamtliche in mehreren Sprachen bündeln.

 

Es bleibt also genug zu tun. Weil das Land die Ko-Stellen jeweils nur für zwölf Monate fördert, endet der Vertrag von Projektleiterin Ute Frankenfeld allerdings Ende des Jahres. Der Landkreis Oldenburg kann bis Oktober einen Folgeantrag beim Land Niedersachsen stellen. Frankenfeld hat jedenfalls keinen Zweifel daran, dass es mit ihrer Arbeit weitergeht. Und politischer Wille ist es auch.

 

Ulf Buschmann

Hilfe, wir müssen das organisieren

Um Menschen gut zu versorgen, brauchen Flüchtlingsunterkünfte auch Software. „Dispenso“ heißt ein System, das mit seinen Aufgaben wächst.

In der Flüchtlingsunterkunft Celle/Scheuen erleichtert eine Software den Helferinnen und Helfern die Arbeit.

Foto: Malteser Hilfsdienst gGmbH

Mit dem Erreichen einer Flüchtlingsunterkunft endet für viele Menschen eine lange lebensgefährliche Flucht. Noch bevor die Erschöpften Essen und einen Schlafplatz bekommen, müssen sie registriert werden. „Für unsere Gäste ist das die Zugangsberechtigung zum Gelände“, sagt Nicolai Hollander. Er ist der stellvertretende Leiter der Flüchtlingsnotunterkunft Celle/ Scheuen, ein altes Kasernengelände, das zur Unterkunft umfunktioniert wurde. Mehr als 600 Menschen leben dort im Moment.

 

Das Ende des Papierkrams

 

Im Hintergrund läuft eine riesige Logistik, die ihre Unterbringung und Versorgung verwaltet. Hollander kann jederzeit sagen, wie viel freie Betten er hat, wer gerade anwesend ist und wer nicht – Bewohnerinnen und Bewohner genau wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Möglich macht das die Softwarelösung „Dispenso“. Ziel ist nicht Überwachung, sondern Sicherheit: Müsste das Gelände evakuiert werden, wäre sofort klar ob noch jemand fehle, sagt Hollander. Doch auch im Alltag ist die Funktion praktisch. Loggt sie sich zum Beispiel jemand bei der Essensausgabe ein, für den es eine Nachricht gibt, wird er oder sie darauf aufmerksam gemacht. „Das erleichtert unsere Arbeit“, sagt Hollander. Und es sei das Ende des Papierkrams.

 

Auf Papier wäre die Verwaltung einer großen Unterkunft kaum möglich. Und sie wäre nicht alltagstauglich. Dazu ist ein gutes elektronisches Verwaltungssystem nötig. Denn die Helferinnen und Helfer vor Ort versorgen nicht nur die Geflüchteten. Sie stehen auch in täglichem Kontakt mit den Behörden – etwa mit dem Land, das die freien Kapazitäten abfragt. Oder mit dem Zoll, der regelmäßige Überprüfungen durchführt. Die Belegungsstatistiken müssen jederzeit abrufbar sein.

 

„Dispenso“ ist auf Flüchtlingsunterkünfte spezialisiert. Deutschlandweit nutzen mehr als 35 Einrichtungen das System. Und es wächst mit seinen Aufgaben: Es wird stetig den Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer angepasst. Der Hersteller Nexave ruft dazu auf, sich zu melden, wenn eine praktische Funktion fehlt. „Wenn es Wünsche oder Fragen gibt, kann man einfach an uns herantreten“, sagt Sven Albrecht von Nexave. Auf der „Dispenso“-Website gibt es eine Chatfunktion, die zur unkomplizierten Kontaktaufnahme einlädt. Zudem besucht das Nexave Technikerteam auch die Einrichtungen vor Ort, um die Server zu aktualisieren oder um neuen Kolleginnen und Kollegen zu zeigen, was in Flüchtlingsunterkünften wichtig ist.

 

Zum Beispiel die medizinische Versorgung der Flüchtlinge. „Dispenso“ ermöglicht es, Impfungen, Krankheitsverläufe oder Krankenhausaufenthalte zu dokumentieren. Verlassen Flüchtlinge die Unterkunft, bekommen sie diese Unterlagen mit. „Das erleichtert ihnen später in der Kommune Besuche bei Hausärzten“, sagt Hollander.

 

Software erleichtert Arbeit

 

Er schätzt noch eine Funktion der Software: Zusatzqualifikationen von Flüchtlingen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern können im System erfasst werden – etwa Sprach- oder Sportkenntnisse. Wenn Dolmetscher gebraucht werden oder ein Sportkurs stattfinden soll, sind sie auf Knopfdruck verfügbar. „Viele kommen noch als Helferinnen und Helfer aufs Gelände, wenn sie nicht mehr in der Unterkunft leben“, sagt Hollander.

 

50 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer arbeiten in Celle. Außerdem versorgen 140 Hauptamtliche die Flüchtlinge. Ihre Arbeitszeit werde demnächst mittels „Dispenso“ erfasst – eine neue Funktion. „Für uns ist das System eine enorme Erleichterung“, sagt Hollander.

 

Alle Informationen zu „Dispenso“ auf

www.dispenso.org

 

Birgit Güll