Menschen in der Kommunalpolitik

Nach allgemeinen Schätzungen gibt es in den knapp 4.700 deutschen Kommunen mit eigener Verwaltung rund 115.000 ehrenamtliche Kommunalpolitiker, die als Stadt- und Gemeinderäte oder in den Kreistagen Verantwortung für Ihre Kommune übernehmen. Unter diesen habe die etwa 14.000 Fraktionsvorsitzenden der drei größten Ratsfraktionen eine herausgehobene Stellung.

Hinzu kommen bundesweit noch ca 50.000 Bezirksräte, Ortsvorsteher, ehrenamtliche Bürgermeister und Ortsgemeinderäte, vor allem in den über 6.700 Gemeinden, die Teil einer Verwaltungskooperation sind.

Besonders wichtig ist natürlich die hauptamtliche Ebene, mit Bürgermeistern, Landräten, Dezernenten, Kämmerern, etc. Diese Gruppe umfasst weitere 15.000 Kommunalpoltiker, die in Ihren Kommunen als Köpfe der Verwaltung agieren.

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Staat und Kommunalpolitik

Ohne Kommunalpolitik ist kein Staat zu machen. Schätzungsweise 80 Prozent aller Angelegenheiten, die Bürgerinnen und Bürger mit dem "Staat" in Verbindung sehen, werden auf kommunaler Ebene geregelt - von Baugenehmigungen über Kindergärten bis zu Freizeitangeboten und Umweltschutz.

 

Wer auf kommunalpolitischer Ebene aktiv ist, bringt das Gemeinwesen voran und entscheidet mit. Kommunalpolitik ist gelebte Demokratie. Schon das Grundgesetz regelt: „Den Gemeinden muss das Recht gewährleistet sein, alle Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft im Rahmen der Gesetze in eigener Verantwortung zu regeln“ (Art. 28, 2 GG)

 

Die Entscheidungen von Gemeinderat und Kreistag beeinflussen die Lebenssituation der Menschen vor Ort ganz unmittelbar. Denn Kommunalpolitik findet vor der Haustür statt - und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Schon der Bürgersteig vor dem Haus ist eine kommunale Angelegenheit. Und darum geht sie Jede und Jeden etwas an. Schon im alten Griechenland galt: "Wer an den Dingen seiner Gemeinde nicht Anteil nimmt, ist kein stiller, sondern ein schlechter Bürger." Perikles (ca. 500-429 v.Chr.)